In den vielen Jahren mit dem Detektor habe ich den Äckern meiner Heimat schon eine ganze Zahl ihrer Geheimnisse entrungen. Ich fühle mich dadurch in besonderer Weise dieser Landschaft, ihren Menschen und ihrer Geschichte verbunden. Von allen Fundstücken mag ich jedoch die am liebsten, die mich mit einem individuellen Menschen in vor- oder frühgeschichtlicher Zeit in direkte Beziehung bringen. Münzen und andere Gegenstände sind durch viele Hände gegangen und sind daher anonyme Zeugen einer Epoche.

Anders jedoch bei Objekten aus dem persönlichen Besitz eines Menschen. Ähnlich wie wir heute unsere Schmückstücke als ein Teil von uns und unserer Identität betrachten, war dies sicherlich auch vor vielen Jahrhunderten der Fall. Die kleine Emailfibel aus dem 3. Jahrhundert, die unter dem Teller der Metallsonde entdeckt wurde, gehörte zweifelslos zum persönlichen Eigentum und wurde wohl mit Stolz getragen.
Wer war dieser Mensch, wie lebte er hier in dieser Region und was war sein persönliches Lebensschicksal? Zwar bleiben alle diese Fragen unbeantwortet, sie haben aber bisher jeden anderen Menschen ebenso faszinieren könnnen wie mich, wenn ich ihm die Fibel in die Hände gelegt habe. Auch wenn ich damit nur wenige Leute in meiner unmittelbaren Umgebung für Geschichte sensibilisieren kann - auch WENIGE sind es wert.



