Der größte Acker ist nach dem Pflügen im Herbst über den Winter brach gelegen und Regen und Frost haben die Oberfläche bearbeitet, so daß sie ganz flach ist. Ideale Voraussetzungen, zumal der Untergrund auch noch etwas feucht ist.

Das Kastell liegt nur mit einer Ecke auf diesem Feld, aber auch die weitere Umgebung hat immer wieder Funde produziert. Diesmal habe ich bereits drei Münzen, darunter zwei Denare, gefunden. Zufrieden bewege ich mich zum Ackerrand, um meine Suche abzubrechen. Gerade will ich mein Gerät abstellen, als ich noch ein kurzes Signal registriere. Nicht sehr tief liegt ein recht großes Stück Bronze mit einer intakt scheinenden dunkelgrünen Patina. Ich reinige es ganz vorsichtig, kann aber nicht erkennen, was es ist. Ich stecke es ein und fahre nach Hause.
Unter fließendem Wasser mit etwas Seife stellt sich eine Tierszene dar, die wohl als Handgriff eines Messers oder Schlüssels aus Eisen diente. Aus Lotusblüten entspringt eine Löwin, die in ihren Fängen den Körper eines Kalbes hält. Beide Tiere sind ausdrucksvoll gearbeitet und die Oberfläche der Kleinbronze ist in ausgezeichneter Erhaltung, was dafür spricht, daß der Pflug sie im Herbst nach oben geholt hat. In wenigen Jahren hätte der Luftsauerstoff und der Dünger dieser Bronze in der oberen Erdschicht den Garaus gemacht und ein undefinierbares Metallstück zurückgelassen.
Info: Diese Fundstory wurde mir vor Jahren (zu Zeiten der Wallenstein-Seite) von einer Hobbyarchäologin zugesandt. Ist immer wieder schön zu lesen.


